Runder Tisch "Ostseefischerei 2019"

Staatssekretär Stübgen stellt Hilfen für deutsche Ostseefischer in Aussicht

Angesichts der zu erwartenden drastischen Kürzungen der Heringsquote und einem nur moderaten Anstieg der Dorschquote in der westlichen Ostsee hat der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Michael Stübgen, Hilfen für die deutschen Ostseefischer für 2019 in Aussicht gestellt.

"Wer die Situation unserer Ostseefischer kennt, weiß, wie die jüngsten Empfehlungen der Wissenschaft beim Berufsstand angekommen sind. Vor allem der Vorschlag, die Heringsfischerei komplett zu schließen, war ein unerwarteter Schlag ins Kontor", erklärte Stübgen anlässlich des Runden Tisches "Ostseefischerei 2019" am Dienstag in Berlin, zu dem Vertreter der Bundesländer, des Europäischen Parlaments und des Deutschen Fischerei-Verbandes eingeladen waren. "Die Bundesregierung wird alles tun, um den Fischern über diese schwierige Klippe im kommenden Jahr hinwegzuhelfen", betonte Stübgen.
 
Der Hering in der westlichen Ostsee zählt neben dem Dorsch zu den beiden "Brotfischen" der deutschen Ostseefischer. Alternative Fangmöglichkeiten bestehen für sie kaum. Nachdem bereits die Dorschquote 2017 um 56% gesenkt und für 2018 auf diesem niedrigen Niveau fortgeschrieben wurde, kommt die von der Wissenschaft empfohlene Schließung der Heringsfischerei als schwere Belastung hinzu. Sie hätte nicht nur gravierende Folgen für den Berufsstand selbst, sondern auch für die Fischverarbeitung an der Ostseeküste. Zwar wird erwartet, dass die Dorschquote erhöht wird. Diese Erhöhung wird voraussichtlich jedoch bei weitem nicht ausreichen, um die Verluste in der Heringsfischerei wett zu machen. "Wir werden uns in Brüssel nachdrücklich dafür einsetzten, dass es nicht zu einer Schließung der Heringsfischerei kommt", erklärte Stübgen und fügte hinzu: "Zusammen mit den Bundesländern werden wir parallel dazu auf der Basis des diesjährigen Hilfsprogramms Unterstützungsmaßnahmen für die Ostseefischer entwickeln, um ihnen eine Zukunftsperspektive zu erhalten."
 
Die Vorschläge der EU-Kommission für die Fangmöglichkeiten in der Ostsee werden Ende August erwartet und von den EU-Fischereiministern im Oktober beschlossen.

Nach oben